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Denkmalgeschütztes Museumsdach originalgetreu saniert
22.000 neue Ziegel haben ihren Platz auf dem 1.317 Quadratmeter großen Dach des Heimatmuseums in Weener gefunden. Die Stadt, die etwa 15.800 Einwohner zählt, liegt im südlichen Ostfriesland des Landkreises Leer, etwa eine Autostunde von Oldenburg entfernt. Ihre Bürger nennen sie auch liebevoll „die grüne Stadt im Rheiderland“. Das denkmalgeschützte Gebäude mit der imposanten U-Form wirkt dank der neuen Hohlziegeldeckung wieder frisch und einladend. Grund für die Reparatur des 40 Jahre alten Daches, dessen letzte große Instandsetzung bereits 30 Jahre zurückliegt, waren mehrere undichte Stellen. In enger Absprache mit der Denkmalpflege wurde das alte Dach komplett ausgetauscht und mit Hohlziegel des Typ Wittenberg aus dem Werk ALGERMISSEN der CRH Clay Solutions GmbH in Peine gedeckt. Der Ziegelhersteller und -lieferant operierte bis Februar 2009 als A·K·A Ziegelgruppe GmbH und nahm im Zuge einer Umfirmierung den Namen des irischen Mutterkonzerns an.
Heimatmuseum wichtiger Faktor für Tourismus der Stadt
Das Heimatmuseum Weener wurde 1791 als Armenhaus errichtet und diente danach als Altenheim. Ab 1926 zog der Heimatverein Rheiderland in das Haus ein und versetzt Einwohner und Touristen seitdem mit überlieferten Ausstellungsstücken in die Vergangenheit der Stadt und des gesamten Rheiderlandes zurück. Die Darstellung typischer Handwerksbetriebe der Region wie die Nachstellung von Schmied-, Töpfer- und Uhrmacherwerkstätten und Buchdruckerei spiegelt die Kultur und Wirtschaft des Rheiderlandes vergangener Jahrhunderte wider. Zu den Exponaten zählen außerdem Ziergeräte, Porzellan, historische Landkarten sowie Arbeitsgeräte und Transportwagen im Original. „Das Heimatmuseum gibt nicht nur Einblick in die damalige Wohn- und Arbeitskultur unserer Region, sondern spielt auch für den Fremdenverkehr und Tourismus der Stadt Weener eine wichtige Rolle“, so Friedel Popkes, Bibliotheksleiterin des Museums. Das Museum zählt etwa 3.000 Besucher pro Jahr.
Originalgetreue Dachziegeloptik dank des Hohlziegels Typ Wittenberg
Der ortsansässige Architekt Peter Woltermann hat sich zur Aufgabe gemacht, alte Häuser zu neuem Leben zu erwecken, sie wohn- und nutzbar zu machen. Da er selbst nicht nur Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses, sondern auch Vorstandsmitglied des Heimatvereins ist, erhielt er den Zuschlag für die Dach-Sanierung. Ziel der Gestaltung lag darin, das historische Dachbild in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege zu erhalten. Um den Charakter des Daches und damit auch des Hauses nicht zu verfälschen, musste ein Dachziegel her, der dem Original am nächsten kommt. „Ich arbeite bereits seit 35 Jahren mit dem Werk ALGERMISSEN zusammen. Da fiel die Entscheidung für den passenden Ziegel leicht.“ Das Architektenteam entschied sich für den Hohlziegel Typ Wittenberg in Langschnitt der Farbgebung Altbrand-Rot/Weser-Ems. „Dieser Hohlziegel in Altbrand-Rot ist ein spezieller Weser-Brand aus unserem Werk ALGERMISSEN, der sich im Laufe der Zeit entwickelt hat“, so Rainer Wieczorek, CRH-Verkaufsleiter für den Bereich Dach. Dank verschiedener Nachbearbeitungsverfahren erlangte dieser Dachziegel seine spezielle Optik, sodass er vor allem bei der Sanierung denkmalgepflegter Häuser zum Einsatz kommt. „Da ich eng mit dem Denkmalschutz zusammen arbeite, habe ich den Langschnittziegel Typ Wittenberg bereits bei anderen Projekten verwendet und sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Diplom Ingenieur Peter Woltermann. Die rotbraune Farbnuance wie auch die Form der Hohlziegel entspricht der Ziegeloptik der alten Dachbedeckung des Heimatmuseums und passt damit optimal in die ostfriesische Häuserlandschaft von Weener.
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Gesamtes Dach wurde ausgetauscht
Ein Teil der alten Ziegel sollte dabei nach Auflagen des Denkmalschutzes weiter verwendet und mit der neuen Bedeckung kombiniert werden. Da es früher jedoch durchaus üblich war, Dachpfannen mit einem Zementverstrich zu versehen, musste die gesamte Dachfläche ausgetauscht werden. „Keiner der alten Ziegel konnte noch einmal eingesetzt werden. Sie waren alle wasserdurchlässig und mit Zement verschmiert“, erklärt Woltermann. Die Bedachungsfirma Schult & Berends aus Bunde erhielt den Auftrag der Dachumdeckung. „In drei Bauabschnitten haben wir mit drei bis sieben Mitarbeitern das Dach in kürzester Zeit fertig stellen können. 22.000 Hohlziegel in Langschnitt aus dem CRH-Werk ALGERMISSEN wurden als Aufschnittdeckung mit zusätzlicher Klammernase und Windsogsicherung befestigt“, so Dachdeckermeister Boris Schult. „Wir verarbeiten nur Materialien von namhaften Herstellern, von denen wir überzeugt sind, dass diese eine gleich bleibende Qualität liefern.“
„Über den Anblick kann man sich freuen“
Das 1791 gebaute Gebäude ist bis heute in seinen äußeren Strukturen genauso erhalten geblieben. Das Besondere des Hauses sticht sofort ins Auge: seine großzügige U-Form mit zwei Nebenflügeln gibt dem Museum einen imposanten Auftritt. Die rotbraune Backsteinfassade ist durch hervorstehende Mauervorsprünge – so genannten Lisenen – gegliedert. Die zierlichen Blockrahmen-schiebefenster setzen sich in weiß von der Klinkerfassade ab. Ein Dacherker mit einer Giebelkrönung und Voluten aus Sandstein zieren den zur Straße liegenden Museumseingang. Die Giebel der Seitenflügel besitzen an den Traufen Konsolsteine aus Sandstein mit ornamentalischen Motiven. Stolz über das gelungene Ergebnis der Sanierungsmaßnahme sind nicht nur die Museumsleitung und das Mitarbeiterteam, sondern auch Bürgermeister Wilhelm Dreesmann: „Wir haben einige Jahre darum gekämpft, die Dachsanierung durchzusetzen. Über den Anblick kann man sich wirklich freuen. Im Großen und Ganzen ist es eine ganz hervorragende Sache, die hier in Weener stattgefunden hat.“ (15.09.2009)
Weitere Informationen sind hier erhältlich.
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